LEBEN IN SPANIEN · JUNI 2026

Auswandern nach Spanien – Paar genießt das Leben an der Costa del Sol 2026

Sonne fast das ganze Jahr, das Mittelmeer vor der Tür, ein entspannter Lebensrhythmus. Kein Wunder, dass viele Menschen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vom Auswandern nach Spanien träumen. Die Costa del Sol steht dabei ganz oben auf der Liste.

Doch wie kommt man rechtlich tatsächlich an? Seit dem Frühjahr 2025 hat sich an den Spielregeln etwas Wichtiges geändert. Das bekannte „Golden Visa" gibt es nicht mehr. Für die meisten DACH-Auswanderer ist das allerdings kein Problem — im Gegenteil.

In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, welche Wege es 2026 nach Spanien gibt, was als EU-Bürger gilt und welche Schritte beim Ankommen wirklich zählen. Alle Zahlen sind mit offiziellen Quellen belegt.


Das Golden Visa ist Geschichte

Jahrelang war das „Golden Visa" der prominenteste Weg, über eine Immobilieninvestition eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten. Wer mindestens 500.000 Euro in spanische Immobilien investierte, bekam einen Aufenthaltstitel.

Damit ist seit dem 3. April 2025 Schluss. Mit der Ley Orgánica 1/2025 hat Spanien das Investoren-Visum vollständig abgeschafft. Neue Anträge sind nicht mehr möglich. Die Regierung begründet den Schritt mit dem angespannten Wohnungsmarkt.

Wer bereits ein Golden Visa besitzt, muss sich keine Sorgen machen. Bestehende Aufenthaltstitel bleiben gültig und können verlängert werden. Auch Anträge, die vor dem Stichtag eingereicht wurden, werden nach altem Recht weiterbearbeitet. Abgeschafft ist nur der Weg für neue Investoren.

Für deutsche und österreichische Staatsbürger war das Golden Visa allerdings ohnehin nie relevant. Als EU-Bürger genießen Sie volle Freizügigkeit. Schweizer Staatsangehörige stehen über das Freizügigkeitsabkommen zwischen der EU und der Schweiz praktisch gleich. Sie alle brauchen kein Visum, um nach Spanien zu ziehen.

Das Ende des Programms hat also vor allem symbolische Bedeutung für DACH-Auswanderer. Es zeigt, wie sehr der spanische Staat den Wohnungsmarkt entlasten will. Für Sie als EU-Bürger ändert sich am tatsächlichen Weg nach Spanien dadurch nichts.


Auswandern nach Spanien als EU-Bürger: einfacher als gedacht

Für Bürger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Umzug rechtlich erstaunlich unkompliziert. Sie dürfen einreisen, wohnen und arbeiten — ganz ohne Visum.

In den ersten drei Monaten dürfen Sie sich ohnehin frei in Spanien aufhalten. Erst danach greift die Registrierungspflicht. Viele nutzen diese erste Zeit, um eine Wohnung zu finden, die Region kennenzulernen und die Behördengänge in Ruhe vorzubereiten.

Wer länger als drei Monate bleibt, muss sich allerdings registrieren. Dafür beantragen Sie das „Certificado de Registro de Ciudadano de la Unión" — die Anmeldebescheinigung für Unionsbürger. Sie erhalten dabei auch Ihre NIE-Nummer, die Steuer-Identifikationsnummer für Ausländer. Die Gebühr dafür ist gering und liegt bei 9,84 Euro.

Für die Registrierung müssen Sie zwei Dinge nachweisen: ausreichende finanzielle Mittel für Ihren Lebensunterhalt sowie eine Krankenversicherung. Mehr braucht es zunächst nicht. Anschließend melden Sie sich bei Ihrer Gemeinde an — dazu gleich mehr.

Praktisch läuft die Registrierung über die Ausländerbehörde (Oficina de Extranjería) oder eine Polizeidienststelle. Sie brauchen in der Regel einen Termin, Ihren Reisepass oder Personalausweis, das ausgefüllte Formular und die Belege zu Einkommen und Versicherung. Das Certificado wird als grüne Bescheinigung im Kreditkartenformat ausgegeben.

Auch das Arbeiten ist als EU-Bürger problemlos möglich — angestellt oder selbstständig. Wer sich selbstständig macht, meldet sich als „Autónomo" bei der spanischen Sozialversicherung an. Eine gesonderte Arbeitserlaubnis brauchen Sie nicht. Damit unterscheidet sich Ihre Lage grundlegend von der eines Nicht-EU-Bürgers, der an ein bestimmtes Visum gebunden ist.

Ein wichtiger Punkt betrifft die Steuern. Wer mehr als 183 Tage im Jahr in Spanien lebt, gilt dort als steuerlich ansässig. Dann ist das spanische Welteinkommen zu erklären. Die Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland, Österreich und der Schweiz verhindern, dass Sie doppelt zahlen. Eine frühzeitige steuerliche Beratung ist hier sinnvoll.

Auswandern nach Spanien – Leben an der Costa del Sol, Promenade in einem andalusischen Küstenort
Alltag an der Costa del Sol: für EU-Bürger ohne Visum erreichbar.

Wege für Nicht-EU-Bürger: zwei wichtige Visa

Anders sieht es aus, wenn Sie keine EU-Staatsbürgerschaft besitzen — etwa, weil Sie aus einem Drittland kommen oder über eine andere Staatsangehörigkeit verfügen. Hier sind nach dem Ende des Golden Visa vor allem zwei Wege relevant.

Auswandern nach Spanien 2026 – Vergleich EU-Bürger, Nicht-Lukrativ-Visum und Digital-Nomad-Visum
Aufenthaltswege im Vergleich. Quellen: BOE, SEPE.

Das Nicht-Lukrativ-Visum richtet sich an Menschen, die in Spanien leben, aber dort nicht arbeiten möchten — etwa Ruheständler. Voraussetzung ist ein passives Einkommen von etwa 2.400 Euro im Monat. Dieser Wert entspricht 400 Prozent des sogenannten IPREM, des amtlichen spanischen Referenzeinkommens. Für jedes weitere Familienmitglied kommen rund 600 Euro monatlich hinzu. Seit 2026 verlangen die Behörden zusätzlich einen Nachweis, dass keine Erwerbstätigkeit mehr ausgeübt wird.

Das Digital-Nomad-Visum wurde für ortsunabhängig Arbeitende geschaffen. Es erlaubt die Fernarbeit für Auftraggeber außerhalb Spaniens. Das geforderte Einkommen liegt bei rund 2.849 Euro im Monat. Das entspricht 200 Prozent des spanischen Mindestlohns, der 2026 auf 1.221 Euro monatlich angehoben wurde. Unter bestimmten Voraussetzungen lässt sich das Einkommen pauschal mit 24 Prozent versteuern.

Beide Visa lassen sich von außerhalb über das spanische Konsulat oder bereits in Spanien beantragen. Familienangehörige können in der Regel mitgeführt werden — gegen einen zusätzlichen Einkommensnachweis. Nach Ankunft tauschen Sie das Visum vor Ort gegen die Aufenthaltskarte (TIE). Verlängerungen sind möglich, sofern die Voraussetzungen weiterhin erfüllt sind.

Für DACH-Bürger sind diese Wege meist nur dann relevant, wenn keine EU-Staatsbürgerschaft vorliegt. Als Deutscher oder Österreicher brauchen Sie weder Nicht-Lukrativ- noch Digital-Nomad-Visum. Die Grafik oben zeigt die Unterschiede auf einen Blick.


Ankommen vor Ort: Anmeldung, Krankenversicherung, Alltag

Ist der rechtliche Rahmen geklärt, geht es ans Ankommen. Der wichtigste Schritt ist das Empadronamiento — die Anmeldung bei Ihrer Wohnsitzgemeinde. Sie ist die Grundlage für fast alles Weitere, vom Gesundheitssystem bis zur Steueranmeldung.

Bei der Krankenversicherung haben Sie die Wahl. Viele Auswanderer schließen zunächst eine private Versicherung ab. Wer dauerhaft im spanischen System aufgenommen werden möchte, kann unter Bedingungen über das sogenannte „Convenio Especial" beitreten. EU-Rentner können ihre Ansprüche über das Formular S1 nach Spanien mitnehmen.

Ein praktischer Tipp: Klären Sie die Krankenversicherung früh. Sie ist nicht nur für die Registrierung nötig, sondern gibt Ihnen vom ersten Tag an Sicherheit. Die Costa del Sol verfügt über viele Privatkliniken mit deutschsprachigem Personal — ein Komfort, den viele DACH-Auswanderer schätzen.

Ein eigenes spanisches Bankkonto erleichtert den Alltag erheblich. Daueraufträge für Strom, Wasser und Gemeindeabgaben laufen darüber meist reibungslos. Auch der Abschluss eines Handyvertrags oder die Anmeldung eines Fahrzeugs setzen in der Praxis NIE und Empadronamiento voraus.

Die Costa del Sol macht das Ankommen leicht. Internationale Schulen, deutschsprachige Ärzte und ein dichtes Netz aus Beratern erleichtern den Start spürbar. Wer eine Immobilie sucht, findet in unserem Marktüberblick zur Costa del Sol 2026 eine erste Orientierung. Warum gerade Deutsche hier so zahlreich kaufen, lesen Sie in unserem Beitrag „Warum Deutsche in Spanien kaufen".

Ortsunabhängig arbeiten in Spanien – Homeoffice mit Meerblick über Málaga
Immer mehr DACH-Auswanderer arbeiten ortsunabhängig vom Mittelmeer aus.

Was beim Auswandern auf Sie zukommt

Neben dem rechtlichen Rahmen lohnt der Blick auf den Alltag. Die Lebenshaltungskosten an der Costa del Sol liegen für viele Bereiche unter dem Niveau in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Vor allem Gastronomie, frische Lebensmittel und Dienstleistungen sind häufig günstiger. Wohnen in Toplagen wie Marbella bildet die Ausnahme.

Wichtig ist eine ehrliche Planung der ersten Monate. Halten Sie diese Punkte bereit:

  • NIE-Nummer und, bei Aufenthalt über drei Monate, das Certificado de Registro
  • Empadronamiento bei der Wohnsitzgemeinde
  • Krankenversicherung — privat oder über das spanische System
  • Spanisches Bankkonto für laufende Zahlungen
  • Bei Steuerpflicht: Beratung zur Erklärung des Welteinkommens

Wer diese Grundlagen früh klärt, kann sich anschließend ganz auf das Ankommen konzentrieren. Erfahrungsgemäß ist genau diese Vorbereitung der Unterschied zwischen einem holprigen und einem entspannten Start.

Ein Wort zur Sprache. An der Costa del Sol kommen Sie in vielen Situationen mit Deutsch und Englisch weit. Für Behörden, Ärzte und den Alltag jenseits der Touristenorte zahlt sich Spanisch jedoch aus. Schon Grundkenntnisse öffnen Türen und erleichtern die Integration spürbar. Viele Auswanderer beginnen deshalb bereits vor dem Umzug mit einem Sprachkurs.


Fazit: der Weg ist offener, als viele denken

Das Ende des Golden Visa klingt nach einer Hürde — ist für DACH-Auswanderer aber kaum spürbar. Als EU-Bürger ziehen Sie ohne Visum nach Spanien. Es genügen Registrierung, Anmeldung und Krankenversicherung.

Wer den Schritt gut vorbereitet, findet an der Costa del Sol nicht nur Sonne, sondern auch ein eingespieltes Umfeld für ein neues Leben am Mittelmeer. Der Traum ist näher, als viele glauben.

Unser Rat: Trennen Sie die Frage des Aufenthalts klar von der Frage der Immobilie. Beides lässt sich gut planen, sollte aber nicht vermischt werden. Klären Sie zuerst, wie Sie rechtlich ankommen. Und prüfen Sie in Ruhe, wo und wie Sie wohnen möchten. So treffen Sie beide Entscheidungen mit dem nötigen Abstand.

Quellen (je Kennzahl zwei unabhängige Belege):
Golden Visa abgeschafft 3. April 2025 (LO 1/2025, Schwelle 500.000 €): La Moncloa (Regierungsportal) · BOE / KPMG Legal Alert
IPREM 2026 = 600 €/Monat: Boletín Oficial del Estado (PGE) · OCU
Nicht-Lukrativ-Visum ~2.400 €/Monat (400 % IPREM): IPREM (offizieller Wert) · immigrantinvest / Göring-Ratgeber
Mindestlohn SMI 2026 = 1.221 €/Monat: BOE — Real Decreto 126/2026 · SEPE
Digital-Nomad-Visum ~2.849 €/Monat (200 % SMI): BOE (SMI) · VisaHQ / Jobbatical
NIE-Gebühr 9,84 €: Policía Nacional — Sede Electrónica · One.gob.es
Steuerliche Ansässigkeit ab 183 Tagen: Agencia Tributaria (AEAT) · Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland–Spanien (BMF)

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Angaben zu Aufenthalt, Steuern und Recht können sich ändern und hängen vom Einzelfall ab. Bitte lassen Sie sich vor einer Entscheidung von qualifizierten Fachleuten (z. B. Anwalt, Steuerberater) beraten.


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